Arzt-Patienten-Seminar Diabetes und Bewegung 2019


Typ 2 Diabetiker auf dem Jakobsweg:

 

„Um einen neuen Weg im Leben mit Diabetes zu finden“

 

Notwendigkeit dieser Veranstaltung:

In Deutschland gibt es etwa 250.000 Patienten mit Typ-1-Diabetes und 7 Millionen mit Typ-2-Diabetes. Der Typ-2-Diabetes ist eine chronisch progrediente Erkrankung, die durch vererbte und erworbene Insulinresistenz und durch eine Insulinsekretionsstörung charakterisiert ist.

AllgAllgemeine Behandlungs- und Betreuungsziele bei Menschen mit Typ-2- Diabetes sind u.a.:

  • Erhaltung bzw. Wiederherstellung der Lebensqualität
  • Kompetenzsteigerung der Betroffenen im Umgang mit der Erkrankung
  • Verminderung des Krankheitsstigmas
  • Heranführen an gesunde Ernährung und aktiveres Bewegungsverhalten
  • Förderung der Therapieadhärenz
  • Vermeidung und Behandlung von Begleiterkrankungen und mikro- und makrovaskulären Folgekomplikationen.

Gerade bei körperlicher Bewegung kann es zu Blutzuckerschwankungen kommen, die zu Hypo- aber auch Hyperglykämien führen können. Trotz dieser Gefahren sollten auch Menschen mit Typ- 2- Diabetes sicher Sport ausüben können. Regelmäßig durchgeführter Sport, am besten Ausdauersport, kann nicht unerheblich das kardiovaskuläre Risikoprofil verbessern.

Bewegungs- bzw. sportinduzierte Blutzuckerentgleisungen lassen sich durch eine Anpassung der Diabetestherapie und die Aufnahme von Kohlenhydraten beim Sport vermeiden. Individuelle Faktoren müssen berücksichtigt werden, wie Intensität und Dauer der Muskelarbeit, Trainingszustand, Art der Therapieform (Tabletten, Insulin) und vieles mehr.

Leider kommen gerade diese wichtigen Aspekte der Therapieanwendung in den konventionellen Schulungen zu kurz. Bei der Erarbeitung individueller Anpassungsregeln sind die Betroffenen auf sich alleine gestellt. Seminare, bei denen praktisch Sport getrieben wird und gemeinsam mit erfahrenen Fachleuten Blutzuckerverläufe diskutiert werden können, finden flächendeckend nur für Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit Typ 1 Diabetes statt. Spezifische Schulungsangebote für erwachsene Menschen mit Typ-2-Diabetes sind sehr selten.

Insbesondere die erforderliche fortlaufende Motivation an körperlicher Aktivität ist ein häufig frustraner Versuch der behandelnden Einrichtungen.

 

Warum diese besondere Veranstaltung:

Menschen mit Typ-2-Diabetes sehen sich häufig mit Herausforderungen und Problemen in ihrer Diabetes-Therapie konfrontiert. Vielen Patienten fällt es z. B. schwer, die Erkrankung zu akzeptieren. Diese Diabetes-Nicht-Akzeptanz zeigt sich z. B. durch das Gefühl der Überforderung. Isolationsgefühle, Motivationsverlust und Entstehung oder Verstärkung von Depressionen sind häufig die Folge. An Diabetes erkrankte Menschen weisen gegenüber der Normalbevölkerung ein ca. um den Faktor 2 erhöhtes Risiko auf, an einer Depression zu erkranken. Aber auch bereits vorhandene psychische Störungen können eine erfolgreiche Diabetestherapie behindern.

Aber besonders der Typ-2-Diabetes bietet die Chance mit einer aktiven Annahme der Diagnose und einer aktiven Lebensführung die Medikation zu minimieren und die Lebenserwartung deutlich zu begünstigen.

Über den Effekt von körperlicher Aktivität in einer Gruppe von Gleichgesinnten ist bislang wenig bekannt. Der Austausch mit anderen Betroffenen stärkt das Selbstbewusstsein und die Freude an der Bewegung kann den Einstieg in einen aktiven Lebensstil ermöglichen. Die Folge ist ein stärkeres Bewusstsein und ein besserer Umgang jedes Betroffenen mit seiner Erkrankung, die schlussendlich zu einer Verbesserung der Diabetesversorgung in Deutschland führen wird.

Viele tausend Menschen sind jedes Jahr auf Pilgerwegen unterwegs, um Ruhe zu finden und sich neu zu orientieren.

Anders bei sonstigen Wanderungen bietet insbesondere der Jakobsweg eine einzigartige Möglichkeit zur Einkehr und Besinnung, das Finden zur eigenen Mitte, spirituelle Erfahrungen, Austausch mit anderen Betroffenen und  die Heilung von Leiden (Depressionen, Sinnkrisen u.a.).

Am Ziel des Jakobswegs in Santiago de Compostela befindet sich die Kathedrale. Sie gilt als Grabstätte des Heiligen Jakobus und er hat der Legende nach dort gepredigt. Die Ausstrahlung der Kathedrale ist beeindruckend und faszinierend. Die Stimmung in der Kathedrale gibt einem das Gefühl dem Glauben nahe zu sein und sie mit vielen anderen Menschen anderer Kulturen teilen zu können. Eine einstimmige Aussage ist fast immer: „Man fühlt sich danach einfach sehr gestärkt“. Das Arzt Patienten Seminar Diabetes und Bewegung 2019 befasst sich auch mit diesem religiösen Ansatz.

Viele Diabetiker leiden im Laufe ihrer Diabetes- Erkrankung an Depressionen.
Es ist mittlerweile belegt, dass die Religion einen großen „Therapie-Anteil“ gegen einen Ausbruch von Depressionen darstellt oder eine Depression zum Heilen bringen kann. Ein Forscherteam aus Psychiatern und Neurowissenschaftlern um Myrna Weissmann von der Columbia University in New York schlussfolgern dies aus Hirnscans.
Wenn hochgefährdete Patienten religiös sind und bestimmte Kortexverdickungen aufweisen, werden sie seltener krank, als jene bei denen das nicht der Fall ist. Risikopatienten für Depressionen, die sich als religiös bezeichnen, ist das Risiko, innerhalb von 10 Jahren eine Depression zu entwickeln, um 90% reduziert.
Harold Koenig von der Duke University in Durham beschreibt, dass Menschen, die religiös sind, sowohl eine bessere geistige als auch eine bessere körperliche Gesundheit haben.
Diese aktuellen Befunde stützen immer besser die fundierte These, dass der Glaube für die Psyche ein Schutzfaktor darstellt.

Zusammenfassend hat diese Reise folgende Ziele:

  • Krankheitsakzeptanz: sich zu seiner Erkrankung bekennen und sich über den Austausch mit anderen Betroffenen erfolgreich zu motivieren.
  • Aktiv Einfluss auf den Umgang der Diagnose und Verlauf der Erkrankung nehmen: runter von der Couch und die eigene Belastungsfähigkeit unter medizinischer Begleitung erfahren. „Sich auf den Weg machen in die Gesundheit“.
  • "Spirituelle" Unterstützung durch Wanderung auf dem Pilgerweg in einer anderen Kultur.
  • Aufklärung der Öffentlichkeit von allen Teilnehmern über das „Erreichte“ und Verbesserung der Patientenversorgung in Deutschland zu erzielen.

 Die Einstellung macht´s.

Inhalt des Seminars:

Um die oben erwähnten Punkte zum Selbstmanagement zu erfahren, wird die AG Diabetes, Sport und Bewegung der DDG e. V. im Mai 2019 ein neuntägiges Arzt-Patienten Seminar in Galizien/Spanien auf dem Camino Ingles durchführen. Der Weg besteht aus 120 km Wanderung in hügeliger Landschaft (von Ferrol nach Santiago de Compostela). Dabei wird die Kombination aus Schulung, Beratung, praktischer Sportausübung und sozialem Austausch im Vordergrund stehen – mit „spiritueller“ Unterstützung.

Geplant ist eine Teilnehmerzahl von 20-30 Patienten mit Typ-2-Diabetes und 6 Betreuern. Das Betreuerteam besteht aus 3 sporterfahrenen Diabetologen (u. a. Sportmedizinern) und 3 Diabetesberatern (-innen). Geplant sind Schulungseinheiten über Dosisanpassung beim Sport, Insulinwirkungen, Vermeidung von Hypoglykämien, CGM und geeignete Sport-KE´s.

Möglicherweise ist auch eine Film-Reportage geplant.

Berichte im Vorfeld und als Nachbetrachtung mit Präsentation der Ergebnisse (s.u.) bei Diabetes DE und verschiedenen Laien- und Fachzeitschriften sind ebenfalls geplant.

Am Ende jeden Tages wird durch die begleitenden Fachleute die individuelle Therapieanpassung jedes Teilnehmers an die bewegungsbedingten Blutzucker-Schwankungen ermittelt.

Außerdem wird für jeden Teilnehmer eine kontinuierliche Stoffwechselkontrolle mittels CGM während des Seminars stattfinden, so dass hier noch einmal intensiver die individuelle Wirkung der Bewegung auf den Zuckerstoffwechsel beobachtet werden kann und so passgenaue Anpassungsregeln für den Einzelnen erarbeitet werden können.

Eine örtliche Reiseorganisation wird die Unterbringung, Versorgung und Bereitstellung eines Busses organisieren.

 

VoraussetzungenGute Kondition (Tagestouren bis 30 km) und Lust am Wandern
Kosten525 € incl. Flug, Begleitung, Unterkunft, Halbpension und allen Transfers vor Ort
Teilnehmeranzahl22 Personen und 4 Betreuer
AnmeldungDr. Kempe
Praxis Drs. Kempe/Stemler,
E-Mail:  kempe(at)kempe-stemler.de
Tel:      0172 8888 715
Anmeldefrist20.2.2019

          

 


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